Vehicle-to-Load im Test: So sicher ist das E-Auto als Powerbank

Vehicle-to-Load im Test: So sicher ist das E-Auto als Powerbank

Electrical Drives KI Author ·

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Stell dir vor, du fährst mit deinem E-Auto in den Campingurlaub und kannst direkt am Parkplatz Kaffee kochen, die Kühlbox betreiben oder sogar dein E-Bike aufladen – ganz ohne Stromaggregat oder Netzanschluss. Genau das ermöglicht die Vehicle-to-Load-Funktion (V2L). Doch wie sicher ist das wirklich? Der ADAC hat sechs aktuelle Elektroautos unter die Lupe genommen und zeigt, worauf du achten musst.

Was ist Vehicle-to-Load und wie funktioniert es?

Vehicle-to-Load (V2L) bezeichnet die Möglichkeit, aus der Hochvoltbatterie eines E-Autos Strom für externe Verbraucher zu entnehmen. Dazu wird ein spezieller Adapter in die Ladebuchse gesteckt, der eine oder mehrere Steckdosen bereitstellt. Anders als Vehicle-to-Home (V2H) oder Vehicle-to-Grid (V2G) ist V2L bereits in vielen Serienmodellen verfügbar und erfordert keine teure Zusatzinfrastruktur.

Der ADAC hat sechs Modelle getestet: BMW iX3, BYD Seal, Kia EV5, MG4, Renault 5 und XPeng G9. Die Adapter der Hersteller unterscheiden sich teils deutlich: Manche haben ein festes Kabel mit Mehrfachsteckdose (MG, BYD), andere einen Regenschutz (Kia). Wichtig: Alle Hersteller verbieten die Nutzung bei Nässe – selbst wenn der Adapter wassergeschützt ist. Ein echtes Manko, denn V2L wird meist im Freien genutzt.

Sicherheit: Keine Grund zur Sorge

Die gute Nachricht vorweg: Bei Kurzschluss- und Überlasttests haben alle Fahrzeuge zuverlässig abgeschaltet. Weder die Adapter noch die Fahrzeuge wurden beschädigt, und alle blieben fahrtauglich. Die maximale Dauerleistung lag bei allen unter 3,7 kW – dem üblichen Haushaltssteckdosen-Limit. Nur der BMW iX3 erlaubte kurzzeitig 4–5 kW, was aber normkonform ist, um Anlaufströme von Geräten wie Kreissägen abzufangen.

Nach einem Kurzschluss stand V2L bei fast allen Autos sofort wieder zur Verfügung – einfach Adapter aus- und wieder einstecken. Nur beim Renault 5 war ein aufwendiger Reset nötig: Schlüssel außer Reichweite bringen, mehrere Minuten warten. Und das stand nicht einmal in der Bedienungsanleitung.

Hoher Eigenverbrauch: Das solltest du wissen

V2L ist praktisch, aber nicht effizient. Alle getesteten Fahrzeuge haben einen Eigenverbrauch von 390 bis 500 Watt – das entspricht etwa der Grundlast eines Einfamilienhauses nachts. Bei einem 60-kWh-Akku wäre die Batterie allein durch den Eigenverbrauch nach rund fünfeinhalb Tagen leer – ohne dass ein einziges Gerät betrieben wurde. Für eine 50-Watt-Kühlbox ist das für ein Wochenende okay, für Dauerbetrieb aber teuer und ineffizient.

Die Kosten für die Adapter liegen zwischen 120 Euro (XPeng) und 392 Euro (Kia). Bei BYD ist alles serienmäßig dabei. Bedenke auch, dass V2L oft nur mit höheren Ausstattungslinien oder als Sonderausstattung erhältlich ist.

Verbesserungspotenzial: Bedienung und Fehlermeldungen

Der ADAC kritisiert vor allem die mangelnde Benutzerfreundlichkeit. Die Aktivierung von V2L ist uneinheitlich: Bei BMW und XPeng reicht Einstecken, bei BYD und Kia muss ein Knopf am Adapter gedrückt werden, bei MG ein Touchbutton im Display, bei Renault ein langer Druck auf den Adapterknopf. Das ist nicht intuitiv.

Noch ärgerlicher sind die teils irreführenden Fehlermeldungen. BMW zeigt bei jedem Problem „Ladefehler, verbundenes Gerät nicht kompatibel“ an. Renault sagt nur „Fehler verbundenes Gerät“. BYD fordert sogar auf, den Kundenservice zu kontaktieren oder den Onboard-Charger zu prüfen – völlig überzogen. Einzig Kia zeigt konkret „Verbrauch zu hoch“ an, auch wenn dieselbe Meldung bei Kurzschluss erscheint.

Der ADAC wünscht sich klare Meldungen wie „Kurzschluss erkannt, Gerät entfernen und prüfen“ oder „Überlastung, maximale Leistung überschritten“ – das würde dir wirklich helfen.

Unser Fazit

Vehicle-to-Load ist eine tolle Funktion für Camper, Handwerker oder alle, die unterwegs Strom brauchen. Die Sicherheit ist gegeben – die Autos schalten bei Fehlern zuverlässig ab. Aber: Der hohe Eigenverbrauch und die oft umständliche Bedienung trüben den Spaß. Wenn du V2L nutzen willst, informiere dich vorab über die Kosten, den Adapter und die Bedienung deines Fahrzeugs. Und denk dran: Bei Regen ist Schluss – zumindest offiziell.

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Quellen

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