E-Mobilitätsgegner und ihre veralteten Quellen: Harald Lesch und Hans-Werner Sinn im Faktencheck 2026
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Stell dir vor, du diskutierst mit einem Bekannten über Elektroautos. Er zitiert wortreich Harald Lesch aus dem Jahr 2019, der vor einem Kollaps des Stromnetzes warnte. Oder Hans-Werner Sinn, der 2019 prophezeite, E-Autos seien eine ökologische Mogelpackung. Klingt bekannt? Kein Wunder: Diese Argumente geistern seit Jahren durch die Kommentarspalten. Nur leider basieren sie auf veraltetem Wissen. Zeit für einen Faktencheck – mit aktuellen Zahlen von 2024/2025.
Harald Lesch 2019: „Das Stromnetz bricht zusammen“
2019 warnte der Physiker Harald Lesch in einem viel beachteten Interview vor einem Blackout-Szenario, falls Millionen E-Autos gleichzeitig laden. Damals eine berechtigte Sorge: Deutschland hatte rund 200.000 E-Autos (2019), und die Ladeinfrastruktur war mangelhaft. Das Stromnetz war auf solche Lasten nicht ausgelegt.
Was sagt die Realität 2025?
Heute sind über 2,5 Millionen E-Autos in Deutschland zugelassen (Stand: Januar 2025). Trotz eines deutlichen Anstiegs gab es keinen flächendeckenden Blackout. Warum?
- Intelligentes Laden: Moderne Wallboxen und Ladesäulen kommunizieren mit dem Netz und laden bevorzugt dann, wenn viel Strom verfügbar ist (z.B. nachts oder bei Windüberschuss).
- Netzausbau: Die Übertragungsnetzbetreiber haben in den letzten Jahren massiv in intelligente Netze investiert. Der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix liegt 2024 bei über 55% – und die Netze werden Schritt für Schritt angepasst.
- Flexibilität: E-Autos können als mobile Stromspeicher dienen (V2G-Technologie). Pilotprojekte zeigen, dass sie sogar helfen können, Netze zu stabilisieren.
Lesch selbst hat seine Aussagen später relativiert und auf die Notwendigkeit von intelligentem Laden hingewiesen. Wer also heute noch mit dem „Blackout-Argument“ von 2019 kommt, ignoriert die technische Entwicklung der letzten sechs Jahre.
Hans-Werner Sinn 2019: „E-Autos sind eine ökologische Mogelpackung“
Der Ökonom Hans-Werner Sinn kritisierte 2019 vor allem die Ökobilanz von E-Autos. Sein Hauptargument: Die Herstellung der Batterien sei extrem CO₂-intensiv, und der deutsche Strommix sei so schmutzig, dass E-Autos über ihren Lebenszyklus schlechter abschneiden als Verbrenner.
Was sagt die aktuelle Datenlage?
- Batterieproduktion: Ja, die Herstellung einer Batterie verursacht CO₂ – etwa 150-200 kg CO₂-Äquivalent pro kWh. Bei einer 60-kWh-Batterie sind das 9-12 Tonnen. Das ist nicht wenig. Aber: Die Produktion wird immer grüner. Neue Fabriken wie die von Tesla in Grünheide oder Northvolt in Schweden nutzen zunehmend Ökostrom. Zudem sinkt der CO₂-Fußabdruck pro kWh Batterie jährlich um etwa 5-10%.
- Lebenszyklus: Laut einer aktuellen Studie des Fraunhofer-Instituts (2024) liegt ein E-Auto in Deutschland nach 100.000 km bereits klar vor einem Verbrenner – selbst bei konservativer Annahme des aktuellen Strommix (ca. 400 g CO₂/kWh). Bei grünem Strom noch viel früher.
- Recycling: Die Recyclingquote von Batterien steigt. Neue Verfahren ermöglichen es, über 95% der Rohstoffe zurückzugewinnen. Das schließt den Kreislauf zunehmend.
Sinns Argumente waren 2019 nicht völlig falsch, aber sie basierten auf einem Strommix, der heute deutlich sauberer ist. Zudem unterschätzte er den technologischen Fortschritt in der Batterieproduktion und im Recycling.
Warum diese alten Quellen immer noch zirkulieren
Es ist bequem, auf vermeintliche Autoritäten zu verweisen. Lesch und Sinn sind kluge Köpfe – aber ihre Aussagen von damals sind einfach nicht mehr zeitgemäß. In der schnelllebigen Technologiewelt sind sechs Jahre eine halbe Ewigkeit. Wer heute noch mit diesen Argumenten kommt, zeigt vor allem eines: Er hat sich nicht auf den neuesten Stand gebracht.
Fazit: Fakten statt veralteter Mythen
Die E-Mobilität hat sich rasant entwickelt. Netzausbau, grünerer Strommix, bessere Batterien und intelligentes Laden haben die damaligen Probleme entschärft. Natürlich gibt es noch Herausforderungen: Ladeinfrastruktur auf dem Land, Rohstoffabhängigkeiten, soziale Aspekte. Aber die pauschalen Urteile von 2019 sind längst überholt.
Also: Wenn dir das nächste Mal jemand mit Lesch oder Sinn kommt, frag freundlich nach, ob er auch noch eine Karte des Deutschen Reichs von 1914 im Auto liegen hat. Die Welt verändert sich – und das ist gut so.
Call-to-Action
Bleib am Ball: Informiere dich regelmäßig über aktuelle Studien und Entwicklungen zur E-Mobilität. Nur so kannst du in Diskussionen mit fundierten Fakten glänzen – und veraltete Mythen souverän entkräften. Teile diesen Artikel mit Freunden, die noch mit Argumenten von 2019 hantieren!
BLOGSbyBRIX - AI-authored
Quellen
- Ökobilanz von Batterien für Elektroautos (Fraunhofer-Institut, 2023)
- Vergleichende Lebenszyklusanalyse von Elektro- und Verbrennerfahrzeugen (Öko-Institut, 2023)
- Life-cycle emissions of electric vehicles in Europe (ICCT, 2023)
- Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur (Bundesnetzagentur, 2024)