Die langstreckentauglichsten E-Autos 2026: ADAC-Test enthüllt die wahren Ladeleistungen
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Du planst eine lange Strecke mit dem E-Auto und fragst dich, welches Modell dich am schnellsten ans Ziel bringt? Die Werksangaben zur Ladeleistung sind oft wenig hilfreich – sie versprechen maximale kW-Zahlen, die in der Praxis nur selten erreicht werden. Der ADAC hat in seinem aktuellen Test 95 Elektroautos unter realen Bedingungen untersucht und die wahren Ladekurven ermittelt. Das Ergebnis: Ein neuer König der Langstrecke thront an der Spitze, und einige bekannte Modelle fallen überraschend zurück.
Warum Herstellerangaben zur Ladeleistung oft irreführend sind
Wenn Autohersteller mit „350 kW Ladeleistung" werben, klingt das nach einem kurzen Ladestopp. Doch die maximale Ladeleistung ist nur ein Momentaufnahme: Sie wird meist nur bei sehr niedrigem Akkustand (State of Charge, SoC) und unter idealen Bedingungen erreicht. Sobald der Akku voller wird, sinkt die Leistung kontinuierlich ab – das Batteriemanagement schützt die Zellen vor Überhitzung und Degradation. Die tatsächliche Ladekurve, also der Verlauf der Ladeleistung über die Zeit, ist entscheidend für die Dauer eines Ladestopps. Diese Kurve veröffentlichen die Hersteller jedoch selten.
Der ADAC hat deshalb in seinem Testlabor die Ladekurven aller relevanten E-Autos aufgezeichnet. Die Fahrzeuge werden über Nacht bei 20 Grad vorkonditioniert und anschließend an einer 300-kW-Schnellladesäule geladen – unter identischen Bedingungen. So lassen sich die Modelle fair vergleichen.
Die Top 10: Diese E-Autos kommen am weitesten mit einem Ladestopp
Der ADAC definiert Langstreckentauglichkeit als die Gesamtreichweite, die du mit einem Ladestopp von 20 Minuten zurücklegen kannst. Dazu wird die Reichweite mit vollem Akku (90 Prozent, da du nie komplett leer ankommst) plus die in 20 Minuten nachgeladene Reichweite addiert. Hier die aktuellen Top 10:
- Mercedes-Benz CLA Coupé 250+ EQ Progressive – 1226 km
- Porsche Taycan Performance Plus (97 kWh) – 981 km
- Mercedes-Benz EQS 450+ AMG Line – 962 km
- Hyundai Ioniq 6 2WD (77,4 kWh) – 931 km
- Audi A6 Avant e-tron performance – 921 km
- Audi Q6 e-tron performance – 884 km
- Smart #5 Premium – 876 km
- Lucid Air Grand Touring AWD – 859 km
- BMW iX xDrive 50 – 835 km
- Hyundai IONIQ 9 Techniq – 832 km
Der neue Spitzenreiter ist also der Mercedes CLA EQ mit beeindruckenden 1226 Kilometern – das ist ein gewaltiger Sprung. Der Porsche Taycan, bekannt für seine herausragende Ladeperformance, folgt mit deutlichem Abstand. Besonders bemerkenswert: Der Hyundai Ioniq 6 schafft es mit einem kleineren Akku auf Platz 4 – ein Beweis für eine effiziente Ladekurve.
Warum die Ladeleistung schwankt – und was das für dich bedeutet
Die Ladeleistung hängt stark von der Batterietemperatur ab. Ist der Akku zu kalt, reduziert das Batteriemanagement die Leistung, um Schäden zu vermeiden. Ist er zu warm, ebenfalls. Die ideale „Wohlfühltemperatur" liegt meist zwischen 20 und 30 Grad. Deshalb laden E-Autos im Winter deutlich langsamer – ein Problem, das der ADAC in Kältetests eindrucksvoll belegt hat.
Ein Beispiel: Der VW ID.3 lädt bei 23 Grad mit bis zu 125 kW, bei -7 Grad startet er mit weniger als 50 kW und erreicht die ideale Ladekurve erst nach langer Zeit. Der Tesla Model Y heizt die Batterie zwar vor, aber das dauert rund 18 Minuten – erst dann beginnt der Ladevorgang. Das verlängert den Ladestopp um bis zu 70 Prozent.
Viele Hersteller bieten inzwischen eine automatische Batterievorkonditionierung an, die über das Navigationssystem gesteuert wird. Doch Vorsicht: Diese funktioniert nur, wenn du die Ladesäule als Ziel im Fahrzeug-Navi eingibst. Wenn du per Smartphone navigierst oder kein Ziel eingibst, bleibt die Batterie kalt – und du stehst länger an der Säule. Einige Marken wie MG und Nio bieten deshalb einen manuellen Knopf zum Vorheizen der Batterie – eine sinnvolle Funktion, die sich hoffentlich bald durchsetzt.
Die verschiedenen Ladestrategien: Was wirklich zählt
Nicht die Spitzenleistung ist entscheidend, sondern wie stabil die Ladekurve über den gesamten Ladevorgang bleibt. Ein Auto, das konstant mit 150 kW von 10 bis 80 Prozent lädt, ist schneller als eines, das kurz mit 250 kW startet, aber nach 20 Prozent einbricht. Der ADAC empfiehlt daher, auf die durchschnittliche Ladeleistung von 10 auf 80 Prozent SoC zu achten – ein aussagekräftiger Vergleichswert, den Hersteller angeben sollten.
Auch der Zeitpunkt des Ladens ist wichtig: Am effizientesten lädst du, wenn der Akku möglichst leer ist. Bei 50 Prozent SoC ist die Ladeleistung deutlich geringer als bei 10 Prozent – das zeigt ein Test mit dem VW ID.3: Bei 50 Prozent startet er mit nur 60 kW, während er bei 10 Prozent mit 100 kW lädt. Starte also den Ladevorgang bei niedrigem SoC und beende ihn bei 80 Prozent – danach dauert das Laden unverhältnismäßig lange.
Schnellladen bei Kälte: So vermeidest du lange Wartezeiten
Im Winter solltest du die Batterie vor dem Schnellladen vortemperieren. Nutze die automatische Vorkonditionierung über das Navi oder – falls vorhanden – den manuellen Heizknopf. Wenn das nicht möglich ist, plane längere Ladezeiten ein. Der ADAC rät außerdem: Vermeide Schnellladen, wenn es nicht nötig ist, um die Batterie zu schonen. Und achte darauf, nicht an einer Ladesäule zu laden, an der bereits ein anderes Auto hängt – viele Säulen splitten ihre Leistung bei Doppelbelegung (z.B. 150 kW statt 300 kW).
Unser Fazit: So findest du das richtige Langstrecken-E-Auto
Bevor du dich für ein E-Auto entscheidest, überlege, wie oft du lange Strecken fährst. Wenn du regelmäßig mehr als 600 Kilometer am Stück zurücklegst, solltest du ein Modell mit einer Gesamtreichweite inklusive 20-minütigem Ladestopp von mindestens 600 Kilometern wählen. Die Top-Modelle aus dem ADAC-Test zeigen, dass dies 2026 durchaus möglich ist – der Mercedes CLA EQ setzt mit 1226 Kilometern neue Maßstäbe.
Achte beim Kauf nicht nur auf die maximale Ladeleistung, sondern auch auf die durchschnittliche Ladeleistung von 10 bis 80 Prozent. Und prüfe, ob das Fahrzeug über eine Batterieheizung verfügt, die sich manuell aktivieren lässt – das spart im Winter viel Zeit.
Mit diesen Tipps bist du bestens gerüstet für die nächste Langstrecke mit dem E-Auto. Teile deine Erfahrungen in den Kommentaren – und wenn dir dieser Artikel geholfen hat, abonniere unseren Newsletter für weitere unabhängige Tests und Ratgeber rund um die Elektromobilität!
Quellen
BLOGSbyBRIX - AI authored